
Wir möchten die Gemeinschaft stärken und einander besser kennenlernen – Lehrer und Schüler genauso wie die Kinder untereinander. Außerhalb des Schulzimmers ergeben sich dafür oft ganz andere Gelegenheiten als im Unterricht. Ellen G. White bringt das schön auf den Punkt: „Um das Band der Anteilnahme zwischen Lehrer und Schüler zu stärken, gibt es nur wenige Mittel, die so viel ausrichten wie ein angenehmes Zusammensein außerhalb des Schulzimmers.“ (Education, S. 212.1) In diesem Sinn nutzten wir auch das schöne Wetter am Dienstagnachmittag für kooperative Spiele auf dem Fußballplatz vor unserer Berghütte. Dabei waren Teamarbeit und gegenseitige Unterstützung gefragt – und der Spaß kam natürlich auch nicht zu kurz!
Am Montag, den 21. September, ging es gegen 9 Uhr an unserer Schule los. Unser erstes Ziel war allerdings noch nicht die Hütte in Strobl, sondern die Aquapulco-Therme in Bad Schallerbach. Vier Stunden lang wurde gerutscht, geplanscht und so ziemlich alles ausprobiert, was die Piratenwelt zu bieten hatte. Wir hatten sehr viel Spaß, auch wenn bei den vielen Abenteuerrutschen die eine oder andere Schramme nicht ausblieb.
Gegen 17 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Strobl, wo wir um etwa 18:30 Uhr unsere Hütte erreichten. Zum Glück hatte unser Koch Dawid schon vorgesorgt: Er hatte zu Hause ein leckeres Kartoffelgulasch vorbereitet, das wir nur noch aufwärmen mussten. Nach vier Stunden im Wasser hatten wir nämlich ordentlich Kohldampf!
Am Dienstag fuhren wir nach einer kurzen Morgenandacht und dem Frühstück mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Bad Ischl. In der Kaiservilla bekamen wir Einblicke in das Leben von Kaiser Franz Joseph I. und seiner Frau Elisabeth, besser bekannt als Sisi. Zwischen den alten Möbeln und den vielen Geschichten konnte man sich ein wenig in das 19. Jahrhundert hineinversetzen. Mit Valentin Habsburg-Lothringen lief uns sogar einer der Nachkommen des Kaiserpaars persönlich über den Weg.
Weniger sympathisch fanden wir den ausgeprägten Jagdeifer des Kaisers: Rund 50.000 erlegte Tiere in 60 Jahren, wie wir bei der Führung erfuhren, lösten bei uns keine Begeisterung aus. Die anschließende Stadtrallye mussten wir dann etwas abkürzen. Wir waren an diesem Tag schon sehr lange gestanden, und inzwischen meldete sich der Hunger recht deutlich.
Am Mittwoch stand unser größter Ausflug auf dem Programm. Über Hallstatt fuhren wir zur Dachsteinbahn und mit der Gondel hinauf ins Gebirge. Nach einer Wanderung erreichten wir die Rieseneishöhle, die uns mit ihren Eisformationen sehr beeindruckte. Danach ging es mit einer weiteren Gondel noch eine Etage höher auf den Krippenstein und von dort zu Fuß zur Aussichtsplattform „5fingers“.
Schon unterwegs gab es einiges zu sehen: Mehrere Paragleiter starteten direkt vor unseren Augen und ließen sich von der Thermik in die Höhe tragen. Wir blieben vorerst lieber mit beiden Beinen am Boden – wobei sich selbst das auf den „5fingers“ nicht für alle ganz so sicher anfühlte. Es kostete manche doch einiges an Überwindung, die Plattform zu betreten und sich bis ans Geländer vorzuwagen. Ein Glasboden und eine Öffnung für den Blick direkt nach unten machten die Sache nicht unbedingt leichter. Das Panorama war allerdings wirklich beeindruckend!
Wieder eine Gondelstation weiter unten entschieden wir uns spontan, auch noch die Mammuthöhle anzusehen. Eine weitere Höhle stand zunächst nicht bei allen ganz oben auf der Wunschliste. Im Nachhinein waren wir aber froh über diese Entscheidung: Alle waren von der Mammuthöhle sogar noch mehr beeindruckt als von der ersten. Zurück auf unserer Hütte erwartete uns wieder ein wohlschmeckendes Essen von Dawid. Nach diesem Tag kam das genau richtig.
Für Donnerstag waren die Wetteraussichten deutlich schlechter als an den beiden Tagen zuvor. Zeitweise Nieselregen und ab Mittag dann kräftiger Regen – also machten wir uns früh auf den Weg zu einer Wanderung von Strobl nach St. Wolfgang. Ein paar Mutige sprangen unterwegs sogar noch in den Wolfgangsee, um sich abzukühlen. Zweimal wurden wir ein wenig vom Nieselregen eingehüllt, aber insgesamt ließ uns das Wetter noch gut bis nach St. Wolfgang kommen.
Von dort ging es mit dem Schiff zurück nach Strobl. Ein Teil unserer Gruppe blieb noch im schönen St. Wolfgang und nahm das nächste Schiff eineinhalb Stunden später. Auf unserer Rückfahrt begann es dann am See heftig zu regnen. Zum Glück saßen wir da schon unter Dach!
Den Nachmittag verbrachten wir gemütlich auf der Hütte. Brettspiele kamen auf den Tisch, und Regina brachte uns ein lustiges Hüttenspiel bei, das uns eineinhalb Stunden lang in seinen Bann zog. Auch ohne weiteren Ausflug wurde uns also nicht langweilig.
Am Abend schauten wir uns dann gemeinsam mit den Mittelschülern den ersten „Sissi“-Film mit Romy Schneider an. Nach unserem Besuch in Bad Ischl hatten wir dazu natürlich schon einen ganz anderen Bezug, und der Film ließ das zuvor in der Kaiservilla Gesehene und Gehörte noch einmal lebendig werden. So war in dieser Woche neben all den sportlichen und abenteuerlichen Aktivitäten auch eine gute Portion Kultur und Geschichte dabei.
Am Freitag hieß es schließlich zusammenpacken und putzen. Das schafften wir so schnell wie noch nie zuvor, und so konnten wir bereits um 11 Uhr die Heimreise antreten. Wenn dann nicht noch zwei unserer Autos im Stau stecken geblieben wären, könnte man von einer perfekten Woche sprechen.
Besonders schön war die harmonische Stimmung während dieser Tage, auch unter den Kindern. Natürlich wurden trotzdem Streiche geplant und zu nächtlicher Stunde ausgeführt. Die Mädchen überraschten die schlafenden Jungs mit Knicklichtern und Süßigkeiten, die sie ihnen heimlich unter die Kissen schoben. Die Jungs hatten da ihre ganz eigenen Ideen – da wurde auch einmal eine Tür ausgehängt.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die diese Woche möglich gemacht und begleitet haben, und besonders an Dawid, der uns so gut versorgt hat. Wir sind dankbar für die vielen gemeinsamen Erlebnisse und die schöne Zeit miteinander!